An einem Informationsabend erörtern Fachleute aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft die Schwierigkeiten bei der Weiterentwicklung des Standorts Herisau. Mit dem Regionalen Standortportfolio wurde ein neues Instrument präsentiert, das Investoren in die Ostschweiz locken soll.
Die Komplexität des Themas schlug sich in der Dauer der Veranstaltung nieder: Der FDP-Informationsabend «Entwicklung von Herisau» am Mittwoch dauerte eine knappe Stunde länger als geplant. Zu engagiert brachten die geladenen Experten (Rolf Geiger, Geschäftsleiter Region Bodensee-St. Gallen-Appenzellerland, Baudirektor Max Eugster, Gemeindebaumeister Christoph Simmler, Kantonsrat und Berater in Baufragen Dölf Biasotto und Regierungsrat Jakob Brunnschweiler) den 20 Zuhörerinnen und Zuhörern im Casino ihre Fachgebiete näher (siehe Kasten).
Investoren wollen Vorleistung
Im Anschluss an die Präsentation stellten sich die Referenten in einer Podiumsdiskussion den provokativen Fragen Markus Brönnimanns, Präsident der Herisauer FDP. «Ist Herisau so unterentwickelt?», wollte Brönnimann von Max Eugster wissen – im Standortportfolio der Region Bodensee-St. Gallen-Appenzellerland ist Herisau als einziger Ort mit mehr als einem Standort vertreten. Eugster verneinte diese Frage. Man müsse aber jede Chance, die sich einem biete, nutzen. Weiter wollte Moderator Brönnimann von Dölf Biasotto wissen, ob die beiden Herisauer Entwicklungsstandorte überhaupt attraktiv seien. «Grossinvestoren wie Pensionskassen stehen für diese Standorte sicher nicht Schlange», so Biasotto. Für mittlere und kleinere Investoren sei es entscheidend, dass Gemeinde und Grundbesitzer Vorinvestitionen tätigen, da ein Projekt schnell bewilligungsreif werden müsse, um attraktiv zu sein.
Fragezeichen im Zentrum
Neben den beiden Entwicklungsstandorten bildete die Entwicklung des Herisauer Zentrums einen weiteren Themenschwerpunkt. Regierungsrat Brunnschweiler und Gemeinderat Eugster spielten sich dabei gegenseitig den Ball zu – echte Zugeständnisse wollte keiner machen. Immerhin bekannte Brunnschweiler: «Die Zentrumsentwicklung ist auch dem Kanton ein Anliegen, denn Herisau ist de facto unser Hauptort.»
Johannes Wey